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Übers Leben



Die Ironie des wir. 



Nach mehreren Monaten des "ich machs morgen" hab ich es doch endlich geschafft mal wieder zu schreiben.
Meine Gedanken über uns, das Chaos in unseren Köpfen und wie ironisch es uns macht.

Die Welt ist im Chaos. Es braucht keinen Detektiv, um das zu sehen. Wir bekriegen uns, wir hassen uns, wir zerstören uns. Ich bin auch nicht die erste, der das auffällt. Unzählige Journalisten, Psychologen oder Wissenschaftler vor mir haben schon dieselbe Entdeckung gemacht. In der Kirche rufen Pfarrer auf uns um unsere Mitmenschen zu kümmern. Uns zu lieben. Zu verzeihen. Zu akzeptieren. Wir schauen uns die dramatischen Bilder im Fernsehen an, wenn in der Türkei wieder jemand mit seinem Bus in eine Menschen Menge fährt. Sind schockiert, wenn wir im Radio hören, dass ISIS Sexsklavinnen hält oder wenn wir in der Zeitung lesen, dass jede Minute ein Kind in Afrika an Hunger stirbt. Dabei gibt es Menschen, die sich über Frauen im Kopftuch und Afrikaner in Deutschland aufregen und behaupten sie zerstören unsere Kultur. Nein, ich bin definitiv nicht die erste, der auffällt, wie abgefuckt das ist. Aber ich frage mich, wann wir aufhören so verdammt ironisch zu sein. Wir sind schockiert über all die schlimmen Dinge, die auf dieser Erde passieren. Über Krieg, Hunger, Verfolgung, Unterdrückung, die Liste könnte ewig weiter gehen. Im selben Moment drehen wir uns um und handeln genau wie die Menschen, die wir dafür so verachten. Ja klar, wir bringen niemanden um, wir unterdrücken auch niemanden, zumindest nicht bewusst. Aber wir hören uns die Reden hochrangiger Persönlichkeiten an, die über den Weltfrieden und Gleichberechtigung sprechen verziehen aber das Gesicht, wenn wir auf der Straße sehen, wie sich zwei Männer küssen. Wir spenden an Weihnachten vielleicht für ein Kind in einem Entwicklungsland, damit sein Schulgeld bezahlt werden kann. Doch mit manchen Produkten, die wir kaufen unterstützen wir Konzerne, die mit ihren Produktionsbedingungen wahrscheinlich die Eltern dieses Kindes ausbeuten. Wir wissen das. Denn wir sehen in den Nachrichten, wie wieder eine Kleidungsfabrik abbrennt, während wir uns gemütlich auf unserem Tablet Kleidung von genau dieser Marke bestellen. Wir wissen, dass Menschen bei der Kaffebohnen Ernte für einen zu geringen Lohn arbeiten müssen und es schockiert uns, „wie ungerecht!“. Trotzdem gehen wir in den Supermarkt und kaufen den Kaffee von genau dieser Marke. Wir urteilen über muslimische Selbstmordattentäter, die vor einer Kirche sich und ein dutzend anderer in den Tod reißen. Gleichzeitig verurteilen wir den Islam und behaupten es sei eine Religion voller Unterdrückung und Hass und begegnen somit auch unseren muslimischen Mitbürgern mit Unverständnis. Dabei haben die wenigsten von uns in ihrem bis jetzt eine Sure aus dem Koran gelesen. Was ich mit all diesen Beispielen darstellen will, ist: Wie kann den auf der ganzen Welt Frieden und Liebe herrschen, wenn wir in unseren Familien, bei unseren Freunden oder Mitmenschen intolerant, manchmal voller Wut handeln und Dinge wie „du bist für mich gestorben!“ sagen? Wie können wir so wütend über den Hass auf dieser Welt sein, wenn jeder einzelne von uns im Alltag dazu beiträgt, indem wir uns einen Streit nicht verzeihen? Indem auch wir manchmal nach dem Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn handeln? Wie kann auf der ganzen Welt Gleichberechtigung geben, wenn wir es nicht mal schaffen dem Obdachlosen auf der Straße schnell eine Breze beim nächsten Bäcker zu kaufen? Wie soll die Welt toleranter werden, wenn wir die Straßenseite wechseln, sobald uns zwei dunkelhäutige entgegen kommen? Wenn wir erwarten, dass der Eritreer automatisch weniger kann, weil er aus einem Entwicklungsland kommt? Wenn wir ohne Verständnis mit den Augen rollen, weil die Nachbarin nun mit ihrer Partnerin zusammengezogen ist. Oder wenn es für Jungs in Ordnung ist, wenn die Freundin was mit einem Mädchen anfängt, weil das irgendwie nicht dasselbe wie mit einem Mann ist? Wie zur Hölle soll denn diese Welt mit fast 8 Millionen Menschen ein besserer Ort werden, wenn es nicht einmal zwei Menschen schaffen in Frieden zusammen zu leben? Wenn es nicht mal zwei Menschen schaffen ohne Vorurteile aufeinander zuzugehen? Wenn es nicht einmal zwei Menschen schaffen sich zu verzeihen? Ja, all die Hilfsorganisationen, NGOs oder Freiwilligen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, dass die Welt ein  besserer Ort wird, tragen zu mehr Toleranz, Friede, mehr Gleichberechtigung auf dieser Welt bei. Ja, wir können das schaffen. Aber nur wenn wir uns im Kleinen mit mehr Liebe begegnen. Ansonsten verlaufen sich all die guten Taten, der ganze Einsatz anderer, wie Wasser im Sand. Wird nicht immer wieder nachgegossen, viel nachgegossen, so ist das Häufchen Sand am Ende doch wieder trocken. 

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